Welpenentwicklung

von | Aug 12, 2021 | 0 Kommentare

Die Entwicklung vom Welpen zum erwachsenen Hund

Du wirst diesen Blogartikel sicher lesen, weil in Kürze ein Welpe bei Dir einzieht oder gerade eingezogen ist. Eine wahnsinnig spannende und aufregende Zeit liegt nun vor euch. Ich möchte Dir mit diesem Blogartikel ein paar allgemeine Hintergrundinformationen zur Welpenentwicklung geben.

Entwicklungsphasen

Hundewelpen kommen taub und blind auf die Welt. Sie sind also absolut abhängig von ihrer Hundemami. Unsere Haushundewelpen werden in eine Wurfkiste geboren und haben, in der Regel, bereits sehr früh Kontakt zum Menschen.

Zwischen dem 13. und 21. Tag öffnen sich die Augen und der Gehörgang. Man kann bereits in diesem Stadium rassetypische Besonderheiten feststellen. Auch Lernen findet schon jetzt statt!

Zwischen dem 20. und 84.Tag würden die Welpen in der freien Natur die Wurfhöhle verlassen. Zu Hause, beim Menschen, erkunden sie nun auch die Welt außerhalb der Wurfkiste. Allerdings verändert sich hier eher wenig, da die Welpen von Beginn an häuslichen Reizen und dem Kontakt mit Menschen ausgesetzt waren.

Wenn Du die Möglichkeit dazu hast, besuche Deinen Züchter und beobachte die Welpen in ihrer Interaktion miteinander. Die Welpen werden nun körperlich immer aktiver und das Lernen und die Interaktion mit den Geschwisterchen steht nun im Vordergrund. Schau genau hin: Ohne, dass die kleinen Welpen viel Erfahrung in dieser Hinsicht sammeln konnten, beherrschen sie bereits wesentliche Elemente hundlichen Ausdrucksverhaltens. Das liegt daran, dass das Abrufen dieser Informationen weitestgehend genetisch angelegt ist.

Im Gegensatz dazu steht die soziale Interaktion, also das Erkennen von Sozialpartnern und das Beantworten sozialer Signale. Diese Elemente sind sehr stark von gelernten Erfahrungen abhängig. Vielleicht hast Du schon einmal beobachtet, wie Hundewelpen sich gegenseitig kebbeln und der eine den anderen etwas zu doll zwickt. Die Reaktion des einen Welpen auf das dolle Zwicken (Spielunterbrechung, Aufjaulen, fester Zwicken), hilft dem zwickenden Welpen, Selbstkontrolle zu lernen.

Welpen haben also nicht von Geburt an eine Beißhemmung. Sie müssen diese erst Erlernen. Deshalb kann es zuweilen einige blaue Flecken geben, wenn der Welpe bei Dir einzieht. Versuche es Gelassen zu sehen und bringe Deinem Welpen über positive Verstärkung bei, was Du Dir von ihm wünscht.

Vielleicht hast Du schon einmal den Ratschlag gehört zurückzubeißen oder den Welpen zu unterwerfen, weil das Hunde untereinander, oder die Hundemamis, genauso machen. Zum einen: Du bist kein Hund. Das weiß auch Dein Welpe, selbst wenn er noch so jung ist. Und zum anderen: Es ist erstaunlich wie geduldig Hundemamis mit ihren Welpen sind. Sie lassen einiges zu und sind sehr abgestuft in ihrer Kommunikation. Wenn Du die Gelegenheit hast, schau Dir das Verhalten der Mutterhündin gegenüber ihren Welpen mal an und versuche Dir eine Scheibe ihrer Gelassenheit abzuschneiden 🙂

Also kurzum: Du darfst solche Ratschläge getrost in den Wind schießen!

Sicherlich hast Du auch bereits etwas von der sog. Sozialisierungsphase gehört, von welcher ab der dritten Lebenswoche gesprochen wird. Häufig wird darunter verstanden, dass der Welpe in dieser Zeit möglichst vielen Reizen ausgesetzt werden soll, damit er später gelassen durch die Welt gehen kann. Möglicherweise bist Du schon etwas gestresst, weil Du meinst, Dein 4 Wochen alter Welpe hätte noch nicht genug von der Welt gesehen. Ja es gibt eine Phase, in der Erfahrungen optimal platziert sind, also sozusagen den maximalen Lerneffekt haben. Aber Sozialisation findet auch außerhalb dieser Phase statt. Es gilt hier also nicht: Alles oder nichts.

Wenn Du Deinen Welpen Umweltreizen aussetzt, bedenke folgendes: Während der „sensiblen Phase“ treten Ängste verstärkt auf. Deswegen solltest Du Dir genau überlegen, wievielen Reizen Dein Welpe ausgesetzt werden sollte und wie er mit diesen Umgehen kann. Präsentiere nicht zu viele Reize auf einmal (Kirmesbesuch – Gerüche, Menschen, Geräusche usw.) und halte die Trainingsphasen kurz, so dass sich der Welpe in der Ruhephase wieder erholen und Gesehenes verarbeiten kann. Achte darauf, dass Dein Welpe sich wohl fühlt. Es bringt nichts, wenn er 20 Kinder als Reiz kennengelernt hat und dabei massiv verängstigt in der Ecke sitzt. Es geht insbesondere, um die Lernerfahrung, die er hierbei macht. Du, als sicherer Hafen. Und Reize, die für ihn möglich zu bewältigen sind.

Und wann kommt der Hund in die Pubertät?

Als äußeres Merkmal für den Wechsel vom Welpen zum pubertierenden Junghund, kann man grob den Zahnwechsel bennenen. Man kann ungefähr sagen, dass ein Hund bis zu seinem Zahnwechsel noch ein Welpe ist und sich mit dem Zahnwechsel die Pubertät anschließt. D.h. je nach Rasse und Hund beginnt in etwa im 5./6. Monat die Pubertät.

In der Pubertät bildet sich die Geschlechsreife Deines Hundes aus. Das kannst Du z.B. daran erkennen, dass die jungen Rüden anfangen das Beinchen zu heben oder sich aber vermehrt für andere Hündinnen und dereren Hinterlassenschaften interesieren. Überhaupt muss Du mit Beginn der Pubertät mehr mit den so spannenden Umweltreizen konkurrieren, als vorher.
Das bedeutet aber nicht (!), dass Dein Hund nun vom süßen Fratz zum alles beherrschenden Alpha wird. In seinem Körper passiert, während dieser Zeit, einfach enorm viel und Bedürfnisse ändern sich.

Danach schließt sich die Adoleszenz, zwischen Bildung der Geschlechtsreife und der Entwicklung zum erwachsenen Hund an. Der Übergang ist sehr fließend.

Begleite Deinen Hund in den unterschiedlichen Phasen seiner Entwicklung. Nimm ihn an und unterstütze ihn. Es kann im Laufe der Entwicklung zu originellen Verhaltensweisen Deines Hundes kommen. Fühlst Du dich damit überfordert, nimm Dir einen Trainer, der dich hierbei unterstützt.

Quelle: Ontogeneseskript, ATN, Dr. Ute Blaschke Berthold

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